Lesedauer: 1 Minute Investmentfonds

Geschlossene Fonds

By Laura | 14. Juli 2021

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Du hast die ersten Schritte bei deiner Geldanlage gemacht und kennst dich mittlerweile schon gut mit Investmentfonds aus. Der Begriff geschlossene Fonds ist dir allerdings noch fremd. Wir erklären dir, was sich hinter dem Begriff verbirgt und ob sich ein Kauf für dich lohnt.

 

Was ist ein geschlossener Fonds?

Auch ein geschlossener Fonds ist ein Investmentfonds. Du investierst hier allerdings nicht in Aktien oder Anleihen, sondern erwirbst eine unternehmerische Beteiligung an einem Großprojekt. Du investierst also quasi wie ein Unternehmer.

In Deutschland gehören geschlossene Fonds zur Gruppe der alternativen Investmentfonds – kurz AIF. Seit 2013 sind sie stark reguliert, müssen sich an bestimmte Vorgaben halten und stehen unter Beobachtung. Warum das so ist, erfährst du weiter unten im Text.

 

Geschlossene Fonds: eine besondere Geldanlage

Was einen geschlossenen Fonds außerdem besonders macht, ist die vorab festgelegte Laufzeit und die Tatsache, dass du dein Geld erst am Ende zurückbekommst. Du kannst deine Anteile am Fonds auch nicht einfach so über die Börse verkaufen oder vor dem Laufzeitende bei der Investmentgesellschaft, die den Fonds aufgelegt hat, zurückgeben. Für geschlossene Fonds gibt es deshalb den englischen Begriff Closed-End-Fund, kurz CEF.

Möglich ist allerdings, dass du deine Fondsanteile auf einem sogenannten Zweitmarkt für geschlossene Fonds verkaufst. Das solltest du aber nur, wenn du das Geld dringend brauchst oder dich mit dem Fonds absolut nicht mehr wohlfühlst.

 

Kurzer Einstieg, langes Investment

Gut zu wissen: In den meisten Fällen kannst du nur zu Beginn der Laufzeit in einen geschlossenen Fonds investieren. Dein Geld kannst du während des Platzierungszeitraums einzahlen. Danach wird der Fonds für Investoren "geschlossen" – und zwar für sehr lange: Die Spanne der Laufzeiten reicht von wenigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten. Du solltest also nur dann in geschlossene Fonds investieren, wenn du dein Geld sehr lange anlegen willst und du eine größere Summe zur Verfügung hast. Denn oft gelten beim Kauf geschlossener Fonds Mindestsummen. Mit 3.000 bis 5.000 Euro musst du mindestens rechnen; es sind aber auch Beträge von 15.000 Euro oder mehr möglich.

Hinzu kommt in vielen Fällen ein sogenanntes Agio – eine Gebühr, die davon abhängt, wie viel du investierst. Es können auch noch Vertriebs- und Verwaltungskosten hinzukommen.

 

Was spricht für geschlossene Fonds?

Geschlossene Fonds sind vor allem dann etwas für dich, wenn du auf der Suche nach einem spannenden und/oder speziellen Anlagethema bist.

windkraftwerk

Bei geschlossenen Fonds kannst du aus einer großen Vielzahl an Anlageprojekten wählen.

Einer der Vorteile geschlossener Fonds ist nämlich die Vielfalt an Anlageprojekten. Mit einem Immobilienfonds etwa beteiligst du dich an neuen Wohnungs- und Büroprojekten oder dem Bau eines Einkaufszentrums. Bei einem Erneuerbare-Energien-Fonds investierst du hingegen in Windparks oder Solarkraftwerke. Weitere Möglichkeiten sind Flugzeugfonds, Schifffonds, Waldfonds, Infrastrukturfonds oder Medien- und Filmfonds.

 

Überdurchschnittliche Renditen

Viele geschlossene Fonds versprechen hohe Gewinne und damit weit über dem Durchschnitt liegende Erträge. Es sind sogar zweistellige Renditen drin – also viel mehr, als du sonst normalerweise mit einer Geldanlage verdienen kannst.

In einigen Fällen bekommst du schon vor dem Laufzeitende Gewinne ausbezahlt, zum Beispiel in Form von Zinsen. Am Schluss gibt es dann oft nochmal eine Auszahlung, wenn etwa das Projekt endet und die Investmentgesellschaft damit Gewinn macht.

Die sehr hohen Renditechancen können eine gewisse Entschädigung dafür sein, dass du dein Geld sehr lange zur Verfügung stellst und wie ein Unternehmer gewisse Risiken eingehst.

 

Worauf du gefasst sein musst

Womit wir bei dem Aspekt sind, den du auf keinen Fall überspringen darfst: Bereits zu Beginn kannst du im sogenannten Emissionsprospekt nachlesen, was alles schief gehen kann, wenn du dich für einen geschlossenen Fonds entscheidest.

Im schlimmsten Fall kannst du nämlich dein gesamtes Geld, das du investiert hast, verlieren. Das passiert vor allem dann, wenn aus dem Projekt nichts wird oder man sich verkalkuliert. Auch wenn die Investmentfirma pleite geht, kannst du deine Investition verlieren. Als Mit-Unternehmer gehörst du nämlich zu den letzten, die dann eventuell ihr Geld zurückbekommen. Geschlossene Fonds sind kein Sondervermögen wie etwa offene Fonds, daher gelten hier andere Regelungen.

Je nach Art des geschlossenen Fonds kann es auch ganz spezielle Risiken geben. Bei Wohnungsprojekten kann es etwa sein, dass Wohnungen nicht vermietet werden können und es deshalb keine Mieteinnahmen gibt.

Mehr als dein eingezahltes Geld kannst du aber nicht verlieren. Eine sogenannte Nachschusspflicht gibt es bei geschlossenen Fonds nicht. Manchmal kann es allerdings sein, dass du schon erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen musst. Das ist aber sehr selten und man muss dich vorher darüber informieren.

 

Professionelle Beratung schützt vor unseriösen Angeboten

Wahrscheinlich ist dir jetzt klar geworden, dass du genau überlegen solltest, bevor du in einen geschlossenen Fonds investierst.

Nimm dich auch vor zu verheißungsvollen Renditeversprechen in Acht und schau dir die Projekte genau an. Sprich dann am besten mit einem Berater bei deiner Bank. Der kennt sich mit geschlossenen Fonds aus und weiß, woran man ein gutes Anlageprojekt erkennt.

Kennst du eigentlich schon unsere Checkliste Fondssparplan?

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