Immobilienkauf: Schritt für Schritt zur Traumimmobilie

Das musst du auf dem Weg zur eigenen Immobilie beachten

Immobilienkauf

Das musst du auf dem Weg zur eigenen Immobilie beachten

Man sagt, dass ein Mieter im Laufe seines Lebens ein komplettes Haus abbezahlt – allerding nicht sein eigenes, sondern das des Vermieters. Bei dem derzeit niedrigen Zinsniveau lohnt es sich umso mehr, über ein Eigenheim nachzudenken. Doch die Anschaffung einer selbst genutzten Immobilie muss wohlüberlegt sein. Schließlich investiert man dafür in der Regel einen sechsstelligen Betrag. Wir geben dir in unserem Artikel wertvolle Tipps für deinen Weg zur Traumimmobilie – von der Idee über die Besichtigung bis hin zum Kauf.

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Vor dem Kauf einer Immobilie ist es ratsam, sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen.

 

Kapitel

  1. Wie teuer dein künftiges Haus sein darf
  2. Wie du dein Traumhaus findest
  3. Was du bei der Immobilienfinanzierung beachten solltest
  4. Der letzte Schritt zum eigenen Haus: der Notartermin

Wie teuer dein künftiges Haus sein darf

Bei größeren Anschaffungen wie der einer Immobilie, ist es im ersten Schritt ratsam, einen Kassensturz zu machen und sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen: Wie viel Geld kann ich für eine Immobilie investieren? Früher galt die Faustformel, dass man mindestens die Kaufnebenkosten mit Eigenkapital begleichen können sollte. Hierbei handelt es sich um die Grunderwerbssteuer, die Notargebühren und die Kosten für das Grundbuchamt. Die Grunderwerbssteuer ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch (siehe Tabelle). In Baden-Württemberg liegt sie bei fünf Prozent vom Kaufpreis. Für Notar und Eintragung ins Grundbuch musst du in etwa weitere 1,5 Prozent bezahlen. Falls du das Haus über einen Makler kaufst, fällt eine Maklerprovision an. Seit Kurzem ist vorgeschrieben, dass der Käufer keine höhere Provision bezahlen darf als der Verkäufer. Meist ist es so, dass sich beide Parteien die Maklerprovision teilen. Du musst dann mit einem Anteil an der Provision von drei bis vier Prozent rechnen. Solltest du einen Gutachter beauftragen, der dir eine Einschätzung zum Zustand und Wert der Immobilie gibt, fällt ein Honorar von mindestens 500 Euro an. Die Nebenkosten können also acht bis zehn Prozent vom Kaufpreis betragen.

21-01_Tabelle_Grunderwerbsteuer-2Übersicht der Grunderwerbssteuer nach Bundesland in Prozent. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grunderwerbsteuer_(Deutschland)

 

Wenn du grob schätzen möchtest, wie teuer dein künftiges Haus sein darf, überlege zunächst, was du monatlich statt deiner bisherigen Miete aufwenden könntest. Multipliziere diesen Betrag mit zwölf. Bei einem angenommenen Zinssatz von zwei Prozent und einer Tilgungsrate von einem Prozent würde sich bei einer Monatsrate von 500 Euro eine Kreditsumme von rund 200.000 Euro errechnen. So viel dürfte dein Haus kosten, wenn du die Nebenkosten aus Eigenmitteln finanzieren würdest. Willst du ganz sichergehen, dann frage am besten bei deiner Hausbank nach. Diese stellt dir eine schriftliche Finanzierungsbestätigung aus, die du bei einem Makler oder Verkäufer vorzeigen kannst.

Kaufst du ein Haus oder eine Wohnung als Kapitalanlage, kannst du deine monatliche Rate aus deinen Mieteinnahmen (mit-)finanzieren.

Wir haben dir weitere Tipps für deine Immobilienfinanzierung und eine Anleitung zur Berechnung deiner monatlichen Finanzierungsrate zusammengestellt

Immobiliensuche_1920x1080pxImmobilienportale im Internet können bei der Suche nach einer passenden Immobilie helfen.

Wie du dein Traumhaus findest

Nun weißt du, wie viel dein Traumhaus in etwa kosten darf. Jetzt geht es im nächsten Schritt darum, eine passende Immobilie zu finden. Viele Verkäufer bieten ihre Häuser oder Wohnungen online in Immobilienportalen an. Als Alternative kannst dich auch an einen Immobilienmakler wenden – dieser sucht nicht nur das Haus für dich, sondern übernimmt auch wichtige Dienstleistungen. So besorgt er unter anderem alle wichtigen Unterlagen vom Verkäufer, zum Beispiel Pläne, Grundrisse und einen Auszug aus dem Grundbuch. Außerdem kennt sich ein örtlicher Makler mit dem Preisniveau vor Ort gut aus. Natürlich ist es sinnvoll, wenn du möglichst vielen Leuten davon erzählst, was für eine Immobilie du gern kaufen würdest. Viele Immobiliengeschäfte kommen zustande, ohne dass das Haus öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben wurde. Weil es in vielen Regionen in Deutschland zurzeit weniger Objekte als Kaufinteressenten gibt, gehen diese schnell unter der Hand weg. Wenn du das passende Haus entdeckt hast, solltest du so bald wie möglich einen Besichtigungstermin mit dem Verkäufer oder dessen Makler vereinbaren. Worauf du bei einer Besichtigung achten solltest, kannst du hier nachlesen. Zudem haben wir dir eine Checkliste zum Herunterladen erstellt, damit du bestens vorbereitet bist, wenn endlich dein erster Besichtigungstermin ansteht.

 

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Was du bei der Immobilienfinanzierung beachten solltest

Du willst das Haus kaufen, das du besichtigt hast? Dann solltest du spätestens jetzt zum Finanzierungsberater deiner Bank gehen. Dieser benötigt verschiedene Dokumente von dir, unter anderem Pläne der Immobilie, den Grundbuchauszug und folgende Unterlagen:

  • Die letzten drei Gehaltsnachweise
  • Den letzten Lohn- oder Einkommenssteuerbescheid
  • Nachweise über mögliche Geldanlagen oder Kredite
  • Die von dir unterschriebene Schufa-Selbstauskunft
  • Nachweis über weitere Kredite
  • Eine von dir unterzeichnete Selbstauskunft über deine Einnahmen, Ausgaben und Vermögensverhältnisse. Diese füllst du am besten gemeinsam mit dem Bankberater aus.

Selbstständige benötigen darüber hinaus folgende Nachweise:

  • Bilanz und Gewinnermittlung
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung
  • Falls vorhanden, einen Gesellschaftervertrag
  • Gegebenenfalls einen Auszug aus dem Handelsregister

Der Finanzierungsberater überprüft deine Angaben. Wenn alles passt, bietet er dir einen Kreditvertrag an. Jetzt kannst du den Notartermin vereinbaren.

Der letzte Schritt zum eigenen Haus: der Notartermin

Der Notar setzt den Kaufvertrag auf und schickt ihn dir mit der Post zu. Zuhause kannst du diesen dann in Ruhe lesen und mögliche Fragen vorab telefonisch abklären. Den Notartermin nimmst du gemeinsam mit dem Verkäufer wahr. Der Notar liest den Vertrag laut vor und erläutert ihn dir und dem Verkäufer. Selbstverständlich kannst du auch während des Termins immer noch Fragen stellen und Änderungswünsche äußern. Am Ende unterschreiben Käufer und Verkäufer den Vertrag. Der Notar wird dir diesen zuschicken und die Eintragung des Eigentümerwechsels im Grundbuch beantragen. Bis dieser vollzogen ist, kann es jedoch einige Wochen oder Monate dauern. Deshalb veranlasst der Notar eine sogenannte Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Damit wird verhindert, dass der bisherige Eigentümer das Haus ein weiteres Mal verkauft.

Zudem meldet der Notar den Verkauf dem Finanzamt. Dieses sendet dir daraufhin einen Bescheid über die Zahlung der Grunderwerbssteuer. Sobald du diese beglichen hast, erhält der Notar vom Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung. Jetzt kann der Eigentumsübergang vollzogen werden. Deine Bank überweist den Kaufbetrag auf das Konto des Notars. In manchen Fällen wird das Geld auch auf das Konto des Käufers überwiesen, der den Zahlungseingang dem Notar meldet. Dieser veranlasst, dass du als neuer Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wirst und du nun endlich Hauseigentümer bist.

So findest du einen Notar und diese Notarkosten kommen auf dich zu.