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In 4 Wochen von der Idee zum Produkt: so nutzt das Energieeffizienz-Startup KOENA tec die Corona-Krise

By Dominic | 31. März 2021

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Vom Hörsaal zu einem der Top-50-Startups (*Ranking 2019 auf für-gründer.de) – so oder so ähnlich lässt sich die Erfolgsgeschichte von KOENA tec in wenigen Worten beschreiben. Ihre Vision, mit intelligenten Technologielösungen Ressourcen zu sparen, verfolgen sie stetig und mit Leidenschaft.


Das ist KOENA tec

KOENA tec, das sind u.a. die beiden CO-Founder Manuel Armbruster und Pirmin Boch. Gute Ideen hatten die jungen Gründer schon lange. Während ihres Bauphysik-Studiums entwickelte sich eine davon aber immer weiter. Schnell wurde deutlich, dass daraus Größeres entstehen könnte. Die Grundidee, die Nutzung von Kaffeemaschinen in der Gastronomie durch einen sogenannten Smart Plug energieeffizienter zu gestalten, konnte bereits nach kurzer Zeit in viele andere Bereiche übertragen werden. Im Handumdrehen entwickelte sich eine breite Palette an Services, die ihre Zusammenführung in einer Energy-IoT-Plattform findet.

 

Problem erkannt, Lösung gefunden

Das Grundproblem war schnell erkannt: Geräte auf dem Markt – und das nicht nur in der Gastronomie – haben einen hohen Stromverbrauch, bzw. werden ineffizient betrieben. Der Druck vom Markt auf die Gerätehersteller wächst. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden gefordert, jedoch hilft der Bau effizienterer Geräte nur beim Neukauf, nicht bei bereits bestehenden Geräten. Hier kommt die Lösung von KOENA tec ins Spiel: Die jungen Gründer erkannten früh die Chance, die Digitalisierung zu nutzen, um die vielen Millionen Geräte, die bereits im Einsatz sind, energieeffizienter zu machen.

 

Eine smarte Plattform für den Mittelstand

Eigentlich sind Digitalisierung und Internet of Things (IoT) schon lange ein großes Thema im Mittelstand. Umso mehr verwunderte es die Gründer, zu lesen, der Mittelstand käme nicht so schnell voran wie große Konzerne, was diese Themen angeht. Sie stellten sich die richtigen Fragen: Warum ist das so? Warum hat der Mittelstand Probleme bei der Digitalisierung? Was machen die großen Konzerne besser oder anders? Sie fanden heraus, dass es sehr schwierig für Mittelständler ist, an die großen Plattformen „onzuboarden“, weil es zum einen eine Preisfrage ist, zum anderen große Inhouse-Expertise aufzubauen ist, die so kapazitätsmäßig meist gar nicht möglich ist.

Dem Problem haben sie sich angenommen. Der Rest ist Geschichte und wurde schon eingangs erwähnt. Die KOENA Energy IoT Plattform entstand, die verschiedene digitale Services bündelt – quasi ein digitaler Baukasten. Der eigens entwickelte KOENA Smart Plug macht Geräte Energy IoT fähig. Gemeinsam mit Kunden entwickelt das Team weitere neue Features, um die Plattform Stück für Stück auszubauen.

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Aus Krise wird Chance: Die intelligente CO2-Ampel entsteht

Die Corona-Krise war zunächst auch für KOENA tec ein Schock. Doch die Gründer sahen eine Chance darin. Sie überlegten sich, welchen Beitrag sie im Rahmen der Krise leisten könnten. „Wie können wir helfen?“

Nachdem bereits gemeinsam mit dem Hummel Systemhaus eine Energy Monitoring Plattform in die eigene Plattform integriert wurde, wurde schnell die passende Idee geboren. Auf Basis dieser bereits bestehenden Plattform kam die Idee, Luftqualitätsdaten mit einem externen Sensor zu messen: die intelligente CO2 Ampel war entstanden.


4 Wochen bis zur Markteinführung: In Highspeed zum Produkt

Das Produkt entstand dann relativ schnell. Lediglich 4 Wochen waren von der Ideenphase bis zur Markteinführung nötig. Seit November2020 ist die CO2 Ampel für Kunden zum Kauf verfügbar.

 

Wir haben Manuel Armbruster, einen der Gründer von KOENA tec, zu genau diesem Thema ein paar Fragen gestellt

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Manuel, KOENA tec wurde 2017 gegründet, das liegt nun ein wenig mehr als 3 Jahre zurück. Wie siehst du die Zeit im Rückspiegel? Ihr habt ja einiges geleistet seither.

Um das kurz und knapp zu beantworten: wir haben vor allem sehr viel gelernt. Es ist natürlich als Startup nicht leicht, immer alles direkt richtig zu machen bzw. immer direkt die nächsten Schritte zu sehen. Man macht Fehler. Aber daraus lernt man wieder. Und ich glaube so muss das auch sein. Rückwirkend betrachtet war es für uns wichtig, dass wir relativ schnell gute Partner gefunden haben. Die Inno Energy und die Volksbank haben uns beispielsweise immer unterstützt. Im Endeffekt haben wir einiges geschafft und können positiv in die Zukunft blicken.

Die Corona-Krise war für alle ein Schock. Was habt ihr in der ersten Zeit – während des ersten Lockdowns – gemacht? Wie seid ihr mit der Krise umgegangen? Hat euch das als Unternehmen arg getroffen?

Uns hat es eigentlich ziemlich hart getroffen. Als Corona losging hatten wir den klaren Fokus auf Gerätehersteller aus dem Gastronomiebereich. Und das war ja eine der Branchen die schnell zumachen mussten. Schon früh war abzusehen, dass diese Branche kein gutes Jahr haben wird und demnach auch nicht sonderlich investitionsfreudig sein wird. Ein weiterer Fakt während des Lockdowns war: Wenn deren Geräte nicht an sind, können wir unser Thema Energieeffizienz ja gar nicht einbringen. Wir haben dann viele Gespräche geführt, für uns geschaut, was können wir an unserem Geschäftsmodell anpassen, welche Stellschrauben können wir drehen. So sind wir dann schnell dazu übergegangen, uns für andere Branchen zu öffnen. Gerade die Themen Heizung, Klimaanlagen und Lüftung haben wir schnell für uns gefunden, ebenso wie Ladesäulen und Gebäudeleittechnik – allesamt Geräte, die über einen hohen Energieverbrauch verfügen. So ist dann schließlich auch die Zusammenarbeit mit dem Hummel Systemhaus entstanden, die wir bei uns in die Energy IoT Plattform integriert haben und mit denen sich eine super Partnerschaft entwickelt hat. Gemeinsam haben wir dann überlegt, was wir in der Krise tun können, welchen Beitrag wir leisten können. Daraus entstand dann final die Idee der intelligenten CO2 Ampel. Demnach stehen wir jetzt mit einer neuen Ausrichtung und einem neuen Produkt da, wodurch diese ganze Krise für uns eher zur Chance wurde.

Heraus kam ein fertiges Produkt. 4 Wochen – das klingt unglaublich schnell. Wie seid ihr das angegangen?

Vom Grundsatz her mussten wir schnell sein, weil damals noch nicht absehbar war, wie lange das Thema Corona aktuell sein wird. Es gab zwei Dinge, die wir klären mussten: Zu schauen, was der Markt braucht und zu überlegen, wie wir es hinkriegen, das Produkt schnellstmöglich marktreif zu bekommen. Wir sind dann mit einem Prototyping-Ansatz rangegangen, haben schnell einen MVP entwickelt und sehr früh mit einem Pilotkunden getestet. Das Produkt wird natürlich immer noch weiterentwickelt, aber wir haben es so geschafft, innerhalb von 4 Wochen ein Produkt zu haben, mit dem man an den Markt gehen kann.

Erzähl uns noch etwas über die CO2 Ampel. Wie funktioniert sie genau und was bringt die mir als Unternehmer?

Das Wichtigste daran war ein einfaches System. Das haben wir auch aus Gesprächen mit unseren Kunden herausgefunden. Auf der einen Seite sollte es gut und einfach verständlich, auf der anderen Seite relativ günstig sein. Und zudem sollte es auch dann noch einen Mehrwert liefern, wenn Corona vorbei ist. Über Sensorik messen wir den CO2 Gehalt in der Luft und können darüber Rückschlüsse auf die Luftqualität ziehen. Wenn gewisse Grenzwerte überschritten werden, sollte man lüften. Das zeigen wir in Form einer Ampel an. So wird über ein einfaches System gezeigt, wie ich die Luftqualität den ganzen Tag über im Raum hochhalten und das Infektionsrisiko minimieren kann. Viele Firmen und Schulen haben Lüftungskonzepte – da heißt es dann einmal in der Stunde soll man lüften. Es ist aber abhängig von der Zahl der Personen im Raum und auch von der Größe des Raums, wie schnell ich lüften sollte. Entweder lüfte ich zu oft – was in dem Fall nicht schlimm ist – mal abgesehen vom erhöhten Energieverbrauch - oder ich lüfte zu wenig, was dann mit einer erhöhten Chance einer Infektion einhergeht. Kurzfristig haben Firmen und Schulen so die Möglichkeit, relativ schnell auf das Thema Corona zu reagieren. Langfristig gesehen ist das Thema über Corona hinaus sinnvoll, weil die Luftqualität auch die Konzentrationsfähigkeit nachgewiesenermaßen beeinflusst.

Auf welche Features dürfen wir uns in Zukunft freuen? Kannst du da schon etwas zu sagen?

Da kann ich gerne grob etwas zu sagen. Wir entwickeln unsere Plattform kontinuierlich weiter. Unsere Features werden immer anhand der Bedürfnisse des Kunden und demnach auch gemeinsam mit den Kunden entwickelt. Eine wichtige Rolle werden die Themen Reporting und Predictive Mainteinance spielen. Mehr dazu dann demnächst bei uns.

Eine Frage zum Abschluss: Ihr habt euch das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben und setzt dies konsequent in euren Produkten um. Wie seht ihr das Thema aktuell im Bereich Mittelstand? Findet ein Umdenken statt?

Ja, auf jeden Fall findet da ein Umdenken statt. Ich glaube, dass der Mittelstand auf der einen Seite die Motivation hat, nachhaltiger zu werden, auf der anderen Seite kommt immer mehr Druck von den Kunden und der Gesellschaft. Das Thema wird immer relevanter, wodurch Firmen sich zukünftig mit nachhaltigen Technologien und ggf. auch Vorgaben beschäftigen müssen. Gerade deswegen findet beim Thema Nachhaltigkeit ein Umdenken im Mittelstand statt. Ich glaube aber, der Mittelstand ist gut aufgestellt und weiß, auf was es ankommt. Es wäre wünschenswert, dass der Mittelstand die digitale Transformation nutzt, um dadurch einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit zu leisten.

Danke, Manuel!


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